Flashback – RAB zurück in die Jugendherberge (Recap + Pics)

14. September 2016  By Can 
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beach-hooksielDer Strand von Hooksiel im Friesland, in dessen Nähe wir zwei Tage verbracht haben

Ob Hallig Hooge, Wyk auf Föhr oder Geesthacht – als kleiner Butscher war ich sehr oft in Jugendherbergen zu Gast. Anlässe waren dafür meistens Klassenreisen mit der Schule oder eine Fahrradtour mit den Kumpels. Wann ich zuletzt in einer Jugendherberge gewesen bin, weiß ich nicht mehr genau – ich kann mich aber dran erinnern, das es immer irgendwie Spaß gemacht hat. Von daher war die Einladung, doch einfach mal wieder zwei Nächte in einer Jugendherberge nach Wahl zu übernachten, eine willkommene Abwechslung.

Die Vorfreude und Neugier war entsprechend groß: Gibt es noch immer den berühmten Hagebutten („roten“) Tee zum Frühstück? Wirkt alles noch genau so wie früher? Werden wir wieder in einem Etagenbett übernachten? Wie fühlt es sich an, nach so vielen Jahren wieder in einer Jugendherberge zu sein? Außerdem stand die Frage im Raum, wie sich die Jugendherbergen im Laufe der Jahre verändert haben. Zu meiner Zeit wurden diese nämlich hauptsächlich von Schulklassen, Fahrradfahrern, Wanderern oder auch Familien mit Kindern genutzt. Mittlerweile haben Jugendherbergen allerdings noch viel mehr zu bieten und verfügen oftmals über Seminarräume, die gerne als Tagungsort für kleinere und größere Unternehmen gebucht werden.

jugendherberge-jeverEinzelappartements der Jugendherberge in Jever

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Doch am Anfang stand zunächst die Frage, welcher Jugendherberge wir gerne einen Besuch abstatten möchten. Nach einigen Überlegungen fiel unsere Wahl schließlich auf die Jugendherberge Jever im Friesland. Warum gerade dort? Nun, zum einen ist die Kreisstadt im Norden von Niedersachsen nicht all zu weit von Hamburg entfernt, von wo aus wir unsere Reise gestartet haben. Zum anderen wollten wir schon immer mal wissen, wie die Stadt aussieht, in der das berühmte „friesisch herbe“ Bier gebraut wird und zu guter letzt hat Jever auch noch so einiges zu bieten, doch dazu später mehr.

jever-bier-1Ein Jever zur Begrüßung

Nach einer gut zweistündigen Anfahrt mit dem Auto kamen wir schließlich spätabends in Jever an und wurden zugleich überaus zuvorkommend und freundlich mit einem kalten Jever begrüßt. Sogar eine kleine Mahlzeit hat uns der Koch noch aufbewahrt (vielen Dank noch einmal an das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) für die perfekte Organisation!). Vorbei an einer auf den ersten Blick grimmig wirkenden, aber extrem freundlichen Motorradgang („ich muss kurz meine Frau anrufen, das ich gut angekommen bin“) – die dort ebenfalls eine Nacht verbracht haben – konnten wir uns bereits einen ersten Eindruck verschaffen. Und dieser war durchweg positiv!

Keine typische 80er Jahre Einrichung inklusive beiger Farbgebung (ihr kennt das bestimmt…), sondern frische und helle Anstrichte nebst moderner Einrichtung. Das liegt unter anderem daran, das die Jugendherberge in Jever noch recht neu und dementsprechend frischer eingerichtet ist. Hinter dem Anstrich steckt zudem ein ausgeklügeltes Farbkonzept, das in Zusammenarbeit mit einer Künstlerin entwickelt wurde. Auch die Einrichtungsgegenstände und Möbel sind sehr modern gehalten und passen perfekt in die Farbgebung. Keine Frage: Zu meiner Zeit wäre dieses Jugendherberge ein echtes Highlight gewesen.

fruehstueck-2Der Frühstücksraum ist hell und freundlich – und kleinere Kleckereien werden umgehend weggewischt ;-)

Was die Ausstattung angeht, stehen in Jever mehrere Einzelappartements mit eigener Dusche/WC sowie extra für Schulklassen angelegte Wohn-Bungalows mit Zwei-, Vier- und Sechsbettzimmern zur Verfügung – insgesamt 138 Betten. Wir kamen in einem Einzel-Appartment mit eigenem Bad unter – das Etagenbett fiel diesmal also aus. Und auch in Sachen Frühstück haben die Jugendherbergen inzwischen aufgeholt. Uns erwarteten am nächsten Morgen viele Leckeren inkl. frischen Brötchen, Aufschnitt, Säften, Joghurt und vielem mehr.

fruehstueckEin reichhaltiges Frühstück am Morgen

Hinzu kommen vier Gruppen- und Seminarräume, die zwischen 42 Quadratmeter und 64 Quadratmeter groß sind. Zwei der Räume lassen sich so zusammenlegen, das die Größe am Ende auf 160 Quadratmeter ansteigt. Insgesamt bieten die lichtdurchfluteten Räume somit 24 – 100 Seminar-Teilnehmern Platz. Das Mobiliar läßt sich dabei individuell bestuhlen und verschieben. Der Ausblick auf die saftigen Wiesen im Hintergrund haben etwas sehr beruhigendes und laden in einer Tagungspause zum Verweilen ein. Was alle Räume gemeinsam haben, ist die moderne Tagungstechnik. Wlan, Beamer, CD/DVD-Player, TV-Geräte, Overheadprojektoren, Leinwände und vieles mehr sind standardmäßig mit an Bord. Auch nützliche Utensilien wie bspw. ein Whiteboard oder eine Multifunktionswand stehen zur Verfügung.

tagungsraum-1Einer der Tagungsräume in der Jugendherberge Jever

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Aktuell werden die Seminarräume regelmäßig von einer bekannten Supermarktkette genutzt, die hier an mehreren Terminen zum einen ihre neuen Lehrlinge begrüßt und zum anderen ihre Führungskräfte schult. Auch eine Blasmusik-Kapelle schaut regelmäßig vorbei und übt hier neue Lieder ein.

Die Jugendherberge liegt etwas am Stadtrand von Jever und bietet ausreichend Parkmöglichkeiten. Trotzdem ist das Stadtzentrum nur ca. 15 Gehminuten entfernt. Unser Tipp, wenn ihr abends noch ein Bierchen trinken wollt: Geht ins „Pütt“ – die über die Stadtgrenze hinweg bekannte Kultkneipe bietet eine urig gemütliche Atmosphäre und ist sehr zentral gelegen. Das Jever ist natürlich frisch gezapft. Vorher am besten im Fischrestaurant „Der Butt“ vorbeischauen – das Lokal zählt zu einem der besten in der Umgebung. Beide Gaststätten liegen dicht beieinander – von der Jugendherberge aus braucht ihr zu Fuss etwa 15 Minuten.

butt-restaurantDas Fischrestaurant „Butt“ in Jever

Doch auch so hat die Stadt Jever einiges zu bieten: Es gibt hier z.B. ein berühmtes Schlossmuseum, das zu einem der Wahrzeichen der Stadt zählt. Die dazugehörige Tour dauert rund 90 Minuten – wenn man denn will. Man kann aber auch einfach einen entspannten Spaziergang im angrenzenden, großflächig angelegten Schlosspark unternehmen. Dieser ist umgeben von einem einem kleinen Fluss und bietet jeder Menge Enten, Gänsen und auch einigen Pfauen eine Heimat. Hier kann man auf jeden Fall gut runterkommen.

schlosspark-entenDer Schlosspark in Jever

schlosspark-jever

schlosspark-pfau

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist natürlich die berühmte Jever Brauerei, die tägliche Führungen anbietet. Soll es einmal etwas ganz anderes sein, ist der nächstgelegene Strand in der Ortschaft Hooksiel in gut 15 Autominuten zu erreichen (wo während unseres Besuchs übrigens gerade ein Beach Football Turnier stattgefunden hat).

beach-footballBeach Football am Strand von Hooksiel

fischbroetchen

Für uns hat sich die Reise wie ein angenehmer Trip in die Vergangenheit angefühlt. Mit dem Unterschied, das wir nun alt genug sind, um unseren Tagesablauf selbst zu gestalten und durch das Auto natürlich auch sehr flexibel waren. Wir haben an den zwei Tagen überaus freundliche Menschen kennengelernt, gute Lokale entdeckt und die nähere Umgebung sehr zu schätzen gelernt. Wir kommen gerne wieder!


Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH).

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Can
Hat RAP-N-BLUES.com ins Leben gerufen und teilt hier seit 2009 seine Leidenschaft für Musik, das Internet und Streetart.






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